KI-Telefonassistent Gastronomie: Reservierung, Kosten, Anbieter
Ein KI-Telefonassistent nimmt im Restaurant Reservierungen, Bestellungen und Standardfragen an, auch mitten im Service. Für Gastronomen entscheiden drei Punkte: Kommt die Reservierung in Ihr Reservierungsbuch, schafft der Assistent mehrere Anrufe gleichzeitig, und passt das Preismodell zu vielen kurzen Gesprächen?
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Freitag, 19:30 Uhr, alle Tische belegt, die Küche ruft „Service!“, und das Telefon klingelt zum dritten Mal in fünf Minuten. Wer jetzt abnimmt, lässt Gäste warten. Wer nicht abnimmt, verliert eine Reservierung für Samstag. Genau für diesen Moment ist ein KI-Telefonassistent gedacht.
Viele Informationen zu diesem Thema stammen von den Anbietern selbst. Diese Produktseiten beschreiben, was das eigene System kann, vergleichen aber naturgemäß nicht mit anderen. Diese Seite ordnet ein: Was der Assistent im Restaurant übernimmt, welche Anbieter Gastronomie als Zielbranche führen, was das bei vielen kurzen Anrufen kostet und was Sie rechtlich beachten sollten. Alle Anbieterangaben stammen aus öffentlichen Unterlagen, Stand 26.10.2026.
Was die KI am Restauranttelefon übernimmt
Die meisten Anrufe in einem Restaurant sind kurz und wiederholen sich. Das macht sie gut automatisierbar.
- Tischreservierung: Datum, Uhrzeit, Personenzahl, Name und Telefonnummer aufnehmen, Sonderwünsche wie Kinderstuhl oder Terrasse notieren. Mit Schnittstelle prüft der Assistent die Verfügbarkeit und schlägt Alternativen vor.
- Änderungen und Stornos: Gerade kurzfristige Absagen kommen per Telefon. Ein Storno, das um 17 Uhr ankommt, bringt Ihnen den Tisch für den Abend zurück.
- Standardfragen: Öffnungszeiten, Ruhetag, Mittagstisch, Parken, Hunde, Barrierefreiheit, vegane Gerichte.
- Bestellungen: Abholung oder Lieferung, mit Abgleich gegen die aktuelle Karte. fonio nennt auf seiner Gastronomieseite die Übertragung ins System des Restaurants und Zusatzangebote wie Beilagen oder Desserts.
- Weitergabe an Menschen: Beschwerden, Catering, Weihnachtsfeiern und Gruppen ab einer von Ihnen festgelegten Größe stellt der Assistent durch oder nimmt einen Rückrufwunsch auf.
Was er nicht tun sollte: Preise für Gesellschaften verhandeln, Allergene raten oder Kartendaten aufnehmen. Diese Grenzen legen Sie in den Anweisungen fest.
Die wichtigste Frage: Wohin geht die Reservierung?
Ohne Anbindung landet eine Reservierung als E-Mail oder Kalendereintrag bei Ihnen. Jemand muss sie dann ins Reservierungsbuch übertragen und prüfen, ob der Tisch wirklich frei ist. Das ist besser als ein Anrufbeantworter, aber Doppelbuchungen sind möglich. Mit Anbindung sieht der Assistent die freien Plätze und trägt direkt ein.
Hier gibt es große Unterschiede:
- fonio listet auf seiner Integrationsseite unter „Gastronomie & Hotellerie“ TheFork: Reservierungen annehmen, verschieben und stornieren. Laut Gastronomieseite ist auch eine Kopplung mit Kassen-, Restaurantmanagement- oder Reservierungssystemen möglich, konkrete weitere Produkte nennt fonio dort nicht.
- VITAS führt resmio in seiner Integrationsliste. VITAS ist auf Arztpraxen ausgerichtet, für resmio-Nutzer aber einen Blick wert.
- sipgate sona, Placetel AI, Famulor und STRATO nennen keine Gastro-Reservierungssysteme. Sie arbeiten mit Google Kalender, Cal.com, Calendly oder Webhooks und Automatisierung über Make oder n8n. Für ein kleines Lokal mit Kalenderlogik reicht das, für ein Reservierungsbuch mit Tischplan meist nicht ohne Zusatzarbeit.
Daneben gibt es Gastro-Spezialisten. Assistent.ai nennt Schnittstellen zu RESERViSiON, aleno, Foratable und Formitable, Teburio nennt auf seiner Website einen KI-Telefonassistenten als Buchungskanal, dessen Reservierungen direkt im eigenen Reservierungssystem landen. Diese Anbieter haben wir noch nicht nach unserer Methodik bewertet, deshalb hier keine Preise oder Noten. Wenn Sie bereits eines dieser Reservierungssysteme nutzen, fragen Sie dort zuerst nach.
Anbieter mit Zielbranche Gastronomie
Die folgende Liste zeigt die geprüften Anbieter, die Gastronomie als Zielbranche führen, sortiert nach unserer Gesamtnote.
fonio 4,4/ 5
- Öffentliche Preise mit 1.000 Inklusivminuten schon im Solo-Tarif
- Rund 30 verfügbare Integrationen, darunter Google Calendar, Calendly, eTermin, Pipedrive, onOffice, Make und n8n
- AVV mit vollständiger Subprozessorliste, Löschfristen und Verschwiegenheitserklärungen für Berufsgeheimnisträger
Famulor 4,3/ 5
- Prepaid ohne Grundgebühr und ohne Vertragsbindung, 0,15 € netto pro Minute, sekundengenaue Abrechnung
- Ein- und ausgehende Anrufe, Terminbuchung im Gespräch, warme Weiterleitung mit Briefing, dazu WhatsApp, SMS und E-Mail
- Sehr viele Anbindungen: Google Kalender, Outlook, HubSpot, Salesforce, Pipedrive, Zapier, REST-API, SDK und SIP-Trunks
sipgate sona 4,3/ 5
- Free-Tarif mit 500 Minuten dauerhaft kostenlos, ohne Kreditkarte
- Öffentliche Preise, Mehrminute 0,12 € netto
- Monatlich kündbar, Frist ein Werktag zum Monatsende
Placetel AI 4,2/ 5
- Vollständige Preisliste öffentlich: Grow 79 € monatlich kündbar bzw. 69 € bei 24 Monaten inkl. 750 Minuten, Zusatzminute 0,19 €
- Breiter Funktionsumfang: Terminbuchung, warme Weiterleitung mit Zusammenfassung, Live-Übernahme, Outbound-Kampagnen ab Professional
- Transkript-Aufbewahrung frei einstellbar bis hin zu keiner Speicherung, keine Nutzung von Kundendaten fürs KI-Training laut Leistungsbeschreibung
STRATO KI Telefonassistent 4,0/ 5
- Erster Monat kostenlos, danach ab 35 € inkl. MwSt. (ca. 29,41 € netto) monatlich kündbar
- Öffentliche Preise je Anruf statt je Minute, Unlimited-Tarif ohne Anruflimit
- Rechenzentren in Deutschland, AVV mit Unterauftragnehmern aus Deutschland für den Telefonassistenten
fonio: TheFork-Anbindung und Bestellannahme
fonio aus Wien hat nach unserer Methodik die höchste Gesamtnote in dieser Liste. Für Restaurants sprechen die TheFork-Integration, die beschriebene Bestellannahme und SMS-Bestätigungen. Der AVV nennt alle Subprozessoren mit Standort, gehostet wird bei Hetzner und OVH in der EU.
Ein Punkt ist für die Gastronomie besonders wichtig: Der Solo-Tarif (119 € netto monatlich, 99 € bei Jahreszahlung, 1.000 Minuten) nimmt keine gleichzeitigen Anrufe an. Wer freitags um 18 Uhr mehrere Anrufe parallel bekommt, braucht den Team-Tarif für 359 € netto monatlich bzw. 299 € bei Jahreszahlung.
- Öffentliche Preise mit 1.000 Inklusivminuten schon im Solo-Tarif
- Rund 30 verfügbare Integrationen, darunter Google Calendar, Calendly, eTermin, Pipedrive, onOffice, Make und n8n
- AVV mit vollständiger Subprozessorliste, Löschfristen und Verschwiegenheitserklärungen für Berufsgeheimnisträger
STRATO: Abrechnung je Anruf
Restaurantgespräche sind kurz. Darum ist das Preismodell von STRATO interessant: Abgerechnet wird nach Anrufen, nicht nach Minuten. Start kostet 35 € inkl. MwSt. für 30 Anrufe, Pro 65 € für 100 Anrufe mit Terminbuchung, Unlimited 95 € ohne Anruflimit. Der erste Monat ist kostenlos, gehostet wird in Deutschland. Die Grenzen: wenige Integrationen, keine Angaben zu Sprachen und zu gleichzeitigen Anrufen. Fragen Sie das vor dem Start nach.
sipgate sona: kostenlos ausprobieren
sipgate sona hat einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit 500 Minuten, allerdings mit einem gleichzeitigen Anruf und einer Sprache. Starter kostet 69,95 € netto mit 1.000 Minuten, zwei gleichzeitigen Anrufen und 9 Sprachen. sona stellt sich laut Leistungsbeschreibung selbst als KI vor.
Placetel AI und Famulor: für Stoßzeiten und Saisonbetriebe
Placetel AI nimmt schon im Einstiegstarif Grow (79 € netto monatlich kündbar, 750 Minuten) unbegrenzt parallele Anrufe an. Für Lokale mit echten Anrufspitzen ist das ein starkes Argument. Rechnen Sie 9 € je AI-Rufnummer und 0,19 € je Zusatzminute dazu.
Famulor rechnet ohne Grundgebühr 0,15 € netto je Minute ab. Für Biergärten, Ausflugslokale und Saisonbetriebe, die im Winter kaum Anrufe haben, passt das gut. Die Plattform verlangt aber Einarbeitung.
Wer Telefon, Website-Chat und WhatsApp mit einer Wissensdatenbank beantworten will, kann sich webchatagent.com (ab 58 € netto mit 100 Minuten) oder Heyloha ansehen. Alle Anbieter im Überblick finden Sie im Gesamtvergleich.
| Anbieter | Wertung | Preis ab | Testphase | Hosting | AVV | Terminbuchung | Ausgehende Anrufe | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| fonio | 4,4/ 5 | ab 99 € netto/Monat (jährlich), 119 € monatlich | kostenlos testen (Demo-Assistent aus der eigenen Website), 30 Tage Geld-zurück-Garantie | EU (DE/FI/FR) | ✓ Ja | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter →Anzeige |
| STRATO KI Telefonassistent | 4,0/ 5 | ab ca. 29,41 € netto/Monat (35 € inkl. MwSt.) | erster Monat 0 € (30 Tage), dazu kostenlose Live-Demo-Nummer | EU (Deutschland) | ✓ Ja | ✓ Ja | unklar | Zum Anbieter → |
| sipgate sona | 4,3/ 5 | Free 0 €, bezahlt ab 69,95 € netto/Monat | Free-Tarif dauerhaft kostenlos (500 Min.), ohne Kreditkarte | EU (Deutschland) | ✓ Ja | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter → |
| Placetel AI | 4,2/ 5 | ab 69 € netto/Monat (24 Monate), monatlich kündbar 79 € | 10 Tage kostenlos inkl. 50 Gesprächsminuten | Deutschland (GCP) | ✓ Ja | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter → |
| Famulor | 4,3/ 5 | ab 0 € Grundgebühr (Prepaid 0,15 €/Min. netto) | kostenlose Registrierung ohne Kreditkarte mit 800 Start-Credits (rechnerisch rund 26 Minuten bei 200 Credits je Euro und 0,15 €/Min.) | Frankfurt, KI-Region wählbar | ✓ Ja | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter → |
Was kostet das bei vielen kurzen Anrufen?
Ein Rechenbeispiel mit den öffentlichen Preisen: 30 Anrufe am Tag, im Schnitt 1,5 Minuten, an 30 Tagen. Das ergibt 900 Anrufe und 1.350 Minuten im Monat.
| Anbieter und Tarif | Grundpreis | Inklusiv | Mehrverbrauch | Summe/Monat |
|---|---|---|---|---|
| STRATO Unlimited | 95 € inkl. MwSt. (ca. 79,83 € netto) | alle Anrufe | – | ca. 79,83 € netto |
| sipgate sona Starter | 69,95 € netto | 1.000 Min. | 350 × 0,12 € | 111,95 € netto |
| fonio Solo (monatlich) | 119 € netto | 1.000 Min. | 4 Zusatzpakete à 100 Min. × 15 € | 179 € netto |
| Placetel AI Grow (monatlich) | 79 € + 9 € Rufnummer | 750 Min. | 600 × 0,19 € | 202 € netto |
| Famulor Prepaid | 0 € | – | 1.350 × 0,15 € | 202,50 € netto |
Bei fonio werden Mehrminuten in Paketen zu 15 € je 100 Minuten zugekauft, daher vier Pakete für 350 Minuten. Die Tabelle vergleicht nur den Grundverbrauch. Gleichzeitige Anrufe ändern das Bild: fonio Solo nimmt keine parallelen Anrufe an, sona Starter zwei, Placetel unbegrenzt, bei STRATO ist es nicht angegeben. Weiterleitungen an Ihr Team kosten bei Placetel laut Preisliste 0,025 bis 0,05 € je Minute extra. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie im Kostenrechner, Hintergründe zu Preismodellen stehen unter Kosten.
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Recht: Allergene, KI-Hinweis, Aufzeichnung
Die folgenden Punkte sind keine Rechtsberatung. Prüfen Sie Ihren Fall mit Ihrem Anwalt oder Ihrem DEHOGA-Landesverband.
Allergene. Bei loser Ware, also auch bei Speisen im Restaurant, dürfen Allergene nach § 4 Abs. 4 LMIDV mündlich mitgeteilt werden. Voraussetzung ist unter anderem eine schriftliche oder elektronische Aufzeichnung der verwendeten Zutaten, die auf Nachfrage leicht zugänglich ist. Ob eine Auskunft durch eine KI am Telefon das im Einzelfall erfüllt, haben wir nicht geprüft. Praktisch heißt das: Hinterlegen Sie Ihre Allergenliste je Gericht und weisen Sie den Assistenten an, nur daraus zu antworten. Fehlt ein Gericht, verweist er an das Team. Eine erfundene Antwort zu Nüssen ist das größte Risiko dieser Technik im Restaurant.
KI-Hinweis. Seit dem 2. August 2026 müssen Anrufende nach Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist. Bei sipgate sona und webchatagent.com übernimmt das laut Anbieter der Assistent selbst, bei fonio, Placetel AI und Famulor richten Sie die Ansage ein. Mehr dazu im Ratgeber AI Act und KI-Telefonie.
Aufzeichnung. Das unbefugte Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach § 201 StGB strafbar. Klären Sie, ob Audio gespeichert oder nur transkribiert wird. fonio zeichnet nur auf, wenn Sie es einschalten, Famulor erst nach einer Einwilligungsansage, webchatagent.com speichert laut Anbieter kein Audio. Details im Ratgeber Telefongespräche aufzeichnen.
Auftragsverarbeitung. Der Anbieter verarbeitet Namen und Telefonnummern Ihrer Gäste in Ihrem Auftrag. Dafür brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Alle fünf Anbieter in der Tabelle bieten einen an.
Praxistipp
Eine Begrüßung wie „Guten Abend, hier ist der digitale Assistent der Trattoria. Ich nehme gern Ihre Reservierung auf, für alles andere verbinde ich Sie mit dem Team.“ erledigt den KI-Hinweis und sagt dem Gast, was ihn erwartet.So starten Sie in vier Schritten
- Anrufe zählen: Notieren Sie eine Woche lang Uhrzeit und Anlass jedes Anrufs. So sehen Sie, wie viele Anrufe in die Stoßzeiten fallen und ob Sie parallele Anrufe brauchen.
- Reservierungssystem klären: Fragen Sie den Anbieter schriftlich, ob Ihr System angebunden ist und ob der Assistent nur liest oder auch einträgt.
- Wissen hinterlegen: Öffnungszeiten, Ruhetage, Speisekarte, Allergenliste, Regeln für Gruppen und Anzahlungen. Je vollständiger, desto weniger Rückrufe.
- Rufumleitung einrichten: Starten Sie mit Umleitung außerhalb der Öffnungszeiten und bei Besetzt, später auch während des Service. Wie das geht, steht im Ratgeber Rufumleitung einrichten.
Testen Sie den Assistenten vor dem Start mit echten Gästefragen, auch mit Küchenlärm im Hintergrund und mit einem Anrufer, der nur Englisch spricht. Betreiben Sie ein Restaurant in einem Hotel, lesen Sie zusätzlich unsere Seite zur Hotellerie.