KI-Telefonassistent: Vertrag, Kündigung und Laufzeit prüfen

Ob Sie einen KI-Telefonassistenten schnell wieder loswerden, steht in den AGB, nicht auf der Preisseite. Die Spanne reicht von einem Werktag Frist zum Monatsende bis zu zwölf Monaten Mindestlaufzeit mit drei Monaten Kündigungsfrist.

Inhalt

Die meisten Anbieter von KI-Telefonassistenten werben mit „monatlich kündbar“. Das stimmt oft, aber nicht immer so, wie man es liest. Bei mehreren Anbietern weichen Website und AGB voneinander ab, bei anderen läuft ein Testzeitraum automatisch in ein bezahltes Abo über. Dieser Ratgeber zeigt, welche Klauseln Sie vor der Unterschrift prüfen sollten, wie die Vertragsbedingungen von 17 Anbietern aussehen und wie Sie sauber kündigen, ohne dass Anrufe ins Leere laufen.

Keine Rechtsberatung

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Anbieterangaben stammen aus AGB und Preisseiten (Stand 26.10.2026) und können sich ändern. Maßgeblich ist immer Ihr eigener Vertrag.

Was im B2B-Vertrag anders ist als bei Verbrauchern

Viele Ratgeber zum Thema Kündigung beziehen sich auf Handy-, Strom- oder Fitnessverträge von Privatleuten. Für eine GmbH gelten diese Schutzregeln nur eingeschränkt:

  • Kein Anspruch auf Kündigungsbutton. § 312k BGB verpflichtet Unternehmen nur dann zu einer Kündigungsschaltfläche, wenn Verbraucher online einen Dauervertrag schließen (§ 312k BGB).
  • Weniger AGB-Schutz. Die Klauselverbote in § 309 BGB, etwa zu langen Laufzeiten und stillschweigender Verlängerung, gelten nach § 310 Abs. 1 BGB nicht direkt gegenüber Unternehmern. Übrig bleibt die allgemeine Angemessenheitskontrolle nach § 307 BGB, die deutlich mehr Spielraum lässt.
  • Fristlose Kündigung nur aus wichtigem Grund. Nach § 314 BGB kann jede Seite ein Dauerschuldverhältnis ohne Frist kündigen, wenn die Fortsetzung unzumutbar ist. Das muss innerhalb angemessener Frist geschehen, nachdem Sie den Grund kennen.

Praktisch heißt das: Was in den AGB steht, gilt für Sie weitgehend so, wie es dort steht. Lange Laufzeiten mit automatischer Verlängerung sind im B2B-Geschäft verbreitet und lassen sich als Unternehmer deutlich schwerer angreifen als im Verbrauchervertrag. Deshalb lohnt der Blick vor der Bestellung.

Vertragsbedingungen von 17 Anbietern im Vergleich

Die Tabelle fasst Laufzeit und Kündigung so zusammen, wie die Anbieter sie in AGB, Leistungsbeschreibung oder Preisseite angeben. Die Note „Vertrag & Support“ fließt nach unserer Methodik mit 10 % in die Gesamtwertung ein.

AnbieterLaufzeit und Kündigung laut AnbieterNote Vertrag
sipgate sona1 Kalendermonat, 1 Werktag Frist zum Monatsende4,5
IONOSmonatlich kündbar4,6
STRATOmonatlich kündbar4,5
Placetelmonatlich (1 Monat zum Monatsende) oder 24 Monate zum Rabattpreis4,4
Callioounbefristet, jederzeit mit sofortiger Wirkung, keine Erstattung vorausbezahlter Zeiträume4,4
speakkimonatlich zum Monatsende, keine Mindestlaufzeit4,2
HalloPetramonatlich, 14 Tage Frist zum Monatsende4,2
VITASMonatsvertrag 4 Wochen zum Monatsende, Jahresvertrag zum Laufzeitende4,2
foniounbefristet, 1 Monat Frist zum Monatsende, abweichend laut Angebot4,0
Zeegmonatlich zum Monatsende; Jahresabo verlängert sich, Kündigung 6 Wochen vor Ablauf4,0
ebueroerste 2 Monate täglich, danach 1 Monat, nach 1 Jahr 2, nach 3 Jahren 3 Monate4,0
meitiWebsite: monatlich; AGB: 7 Tage Frist zum Laufzeitende3,9
famulorPrepaid ohne Bindung; Monatspläne laut AGB mit automatischer Verlängerung3,9
goai12 Monate Mindestlaufzeit nach bindungsfreiem ersten Monat, 14 Tage Frist3,4
PraxisConcierge12 Monate Mindestlaufzeit, Frist nicht angegeben3,3
velentis.aiunbefristet, 3 Monate Frist zum Monatsende3,3
AssistYou1 Jahr, verlängert sich jährlich, 3 Monate Frist zum Laufzeitende2,5

Zwei Muster fallen auf. Erstens: Die Unterschiede sind groß. Wer bei AssistYou die Frist verpasst, ist ein weiteres Jahr gebunden, bei sipgate sona reicht ein Werktag vor Monatsende. Zweitens: Bei meiti und famulor (und laut unseren Daten auch bei telfo) passen Marketingtext und AGB nicht ganz zusammen. Fragen Sie in solchen Fällen vor der Bestellung schriftlich nach, welche Regel für Ihren Vertrag gilt, und heben Sie die Antwort auf.

Welche Kosten hinter den Tarifen stehen, zeigt unsere Übersicht zu Kosten von KI-Telefonassistenten.

Checkliste: Diese Klauseln vor der Unterschrift prüfen

1. Mindestlaufzeit und Verlängerung. Steht dort „unbefristet“, „1 Monat“ oder „12 Monate“? Und verlängert sich der Vertrag um die volle Laufzeit oder nur um einen Monat? Jahrestarife sind oft günstiger, Placetel etwa nennt 69 € netto im 24-Monats-Vertrag gegenüber 79 € im Monatstarif. Der Rabatt bezahlt die fehlende Flexibilität.

2. Kündigungsfrist und Stichtag. „1 Monat zum Monatsende“ heißt: Kündigung bis 30. April, Ende am 31. Mai. Tragen Sie den letzten möglichen Kündigungstag direkt nach Vertragsschluss in den Kalender ein.

3. Form der Kündigung. Comdesk verlangt laut AGB Schriftform, Flowlyne lässt Textform genügen, Retell AI sieht die Kündigung durch Löschen des Workspace vor. Halten Sie sich genau an die vorgeschriebene Form.

4. Übergang aus der Testphase. Bei Callioo wandelt sich der 14-tägige Test laut Anbieter automatisch in ein Abo um, bei heyloha ist für den Test eine Zahlungsmethode nötig. Anders bei VITAS: Der 30-Tage-Test endet laut Anbieter von selbst. Notieren Sie das Testende, wenn Sie Zahlungsdaten hinterlegen.

5. Erstattung von Guthaben und Vorauszahlungen. Flowlyne erstattet ungenutztes Guthaben laut AGB nicht, Callioo erstattet keine vorausbezahlten Zeiträume, bei Vapi werden Verbrauchsgebühren nicht erstattet. Laden Sie Prepaid-Guthaben deshalb in kleinen Beträgen auf.

6. Einrichtungsgebühren. meiti berechnet laut Preisseite 499 € Einrichtung. Diese Summe ist auch bei kurzer Nutzung weg und gehört in Ihre Kalkulation.

7. Datenrückgabe und Löschung. Prüfen Sie, ob der Auftragsverarbeitungsvertrag regelt, was nach Vertragsende mit Aufzeichnungen und Transkripten passiert. Art. 28 Abs. 3 lit. g DSGVO verlangt, dass der Anbieter Daten nach Ihrer Wahl löscht oder zurückgibt. Bei AssistYou, ebuero, novofon, savedhours, telli und Voxiplan ist laut unseren Daten unklar, ob überhaupt ein AVV angeboten wird. Mehr dazu im Ratgeber Datenschutz bei KI-Telefonie.

8. Rufnummer. Klären Sie, ob Sie Ihre Nummer behalten und nur umleiten oder ob die Nummer beim KI-Anbieter liegt. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Rufnummer: Umleitung oder Portierung?

Für die Kündigung ist das der wichtigste Punkt. Bei den meisten KI-Telefonassistenten leiten Sie Anrufe per Rufumleitung auf eine Nummer des Anbieters. Ihre Geschäftsnummer bleibt bei Ihrem Telefonanbieter. Kündigen Sie den KI-Dienst, schalten Sie die Umleitung ab, und das Telefon klingelt wieder im Büro. Wie das geht, steht in unserer Anleitung zur Rufumleitung.

Anders ist es, wenn Sie Ihre Nummer zum KI-Anbieter portiert haben oder er Ihnen eine neue Nummer gegeben hat, die Sie schon auf Visitenkarten drucken. Dann hängt Ihre Erreichbarkeit am Vertrag. Nach § 59 TKG läuft eine Rufnummernmitnahme unter Leitung des aufnehmenden Anbieters. Sie stellen den Auftrag also beim neuen Anbieter, am besten bevor der alte Vertrag endet. Nach § 59 Abs. 6 TKG können Sie die Mitnahme nach einer Kündigung zwar noch bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen, verpassen Sie diese Frist, ist die Nummer aber in der Regel weg. Details erklärt der Glossarbeitrag zur Rufnummernportierung. Ob der jeweilige KI-Anbieter als Telefonanbieter im Sinne des TKG auftritt, sollten Sie im Einzelfall erfragen.

So kündigen Sie ohne Ausfall

  1. Vertrag und AGB heraussuchen, Frist, Form und Stichtag notieren.
  2. Daten sichern: Transkripte, Gesprächsprotokolle und Konfiguration (Prompts, Wissensbasis, FAQ-Texte) exportieren. Den Prompt können Sie beim nächsten Anbieter wiederverwenden.
  3. Nachfolge regeln: neuen Anbieter einrichten und testen oder klären, wer die Anrufe übernimmt.
  4. Kündigung nachweisbar senden und um schriftliche Bestätigung mit Enddatum bitten.
  5. Am letzten Tag umschalten: Rufumleitung ändern, Testanruf machen, Ansage prüfen.
  6. Löschung anfordern: schriftlich die Löschung der personenbezogenen Daten nach AVV verlangen und die Bestätigung ablegen.
  7. Integrationen trennen: API-Schlüssel, Kalenderfreigaben und CRM-Zugänge des alten Anbieters widerrufen.

Anbieter mit kurzen Fristen

Wer flexibel bleiben will, startet am besten mit einem Anbieter ohne lange Bindung. sipgate sona hat laut Leistungsbeschreibung eine der kürzesten Fristen in unserem Vergleich (1 Werktag zum Monatsende) und einen dauerhaft kostenlosen Free-Tarif mit 500 Minuten.

sipgate sona 4,3/ 5
Free 0 €, bezahlt ab 69,95 € netto/Monat · EU (Deutschland)
  • Free-Tarif mit 500 Minuten dauerhaft kostenlos, ohne Kreditkarte
  • Öffentliche Preise, Mehrminute 0,12 € netto
  • Monatlich kündbar, Frist ein Werktag zum Monatsende

fonio liegt in unserer Gesamtwertung vorn und ist unbefristet mit einem Monat Frist zum Monatsende kündbar. Laut Anbieter gibt es zusätzlich eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.

fonio 4,4/ 5
ab 99 € netto/Monat (jährlich), 119 € monatlich · EU (DE/FI/FR)
  • Öffentliche Preise mit 1.000 Inklusivminuten schon im Solo-Tarif
  • Rund 30 verfügbare Integrationen, darunter Google Calendar, Calendly, eTermin, Pipedrive, onOffice, Make und n8n
  • AVV mit vollständiger Subprozessorliste, Löschfristen und Verschwiegenheitserklärungen für Berufsgeheimnisträger

Placetel bietet die Wahl: monatlich kündbar zum höheren Preis oder 24 Monate zum Rabattpreis, dazu 10 Tage Test mit 50 Gesprächsminuten.

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Den vollständigen Überblick über Funktionen, Hosting und Preise finden Sie im Anbietervergleich. Wenn Sie noch am Anfang stehen, hilft der Ratgeber KI-Telefonassistent einführen bei der Planung.

Häufige Fragen

Wie kündige ich einen KI-Telefonassistenten?Maßgeblich sind Ihr Vertrag und die AGB des Anbieters. Dort stehen Frist, Form (etwa schriftlich oder in Textform) und Termin. Kündigen Sie nachweisbar, zum Beispiel per E-Mail mit Bitte um Bestätigung, und stellen Sie vorher die Rufumleitung auf Ihre eigene Nummer zurück.
Gibt es einen Kündigungsbutton auch für Firmenkunden?Die Pflicht zum Kündigungsbutton nach § 312k BGB gilt für Verträge, die Verbraucher über eine Webseite schließen. Als GmbH sind Sie Unternehmer, ein Anspruch darauf ergibt sich daraus nicht. Manche Anbieter bieten trotzdem eine Kündigung im Kundenkonto an.
Welche KI-Telefonassistenten sind monatlich kündbar?Laut AGB bzw. Preisseite unter anderem sipgate sona (1 Werktag Frist zum Monatsende), Placetel im Monatstarif, IONOS, STRATO, speakki und HalloPetra. Callioo und Flowlyne sind laut AGB jederzeit kündbar. Stand der Angaben: Oktober 2026.
Was passiert nach der Kündigung mit den Gesprächsdaten?Nach Art. 28 Abs. 3 lit. g DSGVO muss der Auftragsverarbeitungsvertrag regeln, dass der Anbieter personenbezogene Daten nach Ende der Leistung nach Ihrer Wahl löscht oder zurückgibt. Exportieren Sie Transkripte und Protokolle, die Sie aufbewahren müssen, vor dem Vertragsende.
Kann ich fristlos kündigen, wenn der KI-Assistent nicht funktioniert?§ 314 BGB erlaubt bei Dauerschuldverhältnissen eine Kündigung aus wichtigem Grund ohne Frist, wenn das Festhalten am Vertrag unzumutbar ist, und zwar innerhalb angemessener Frist nach Kenntnis des Grundes. Ob ein Mangel dafür reicht, ist eine Einzelfallfrage. Lassen Sie das im Zweifel anwaltlich prüfen.
Behalte ich meine Rufnummer, wenn ich den Anbieter wechsle?Leiten Sie Anrufe nur per Rufumleitung zum KI-Assistenten, bleibt Ihre Nummer bei Ihrem Telefonanbieter und ist vom Vertrag nicht betroffen. Haben Sie die Nummer zum KI-Anbieter portiert, brauchen Sie vor der Kündigung einen Portierungsauftrag beim neuen Anbieter.
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Redaktion KI-Telefonassistent.net
Wir recherchieren Anbieterangaben, AGB, Datenschutzunterlagen und Preislisten und bewerten nach unserer offengelegten Methodik. Erfahrungen aus eigenem Praxiseinsatz kennzeichnen wir gesondert. Zuletzt geprüft: 26.10.2026.
fonio 4,4/ 5 ab 99 € netto/Monat (jährlich), 119 € monatlich