fonio vs telli: KI-Telefonassistenten im Direktvergleich
Für kleine und mittlere Betriebe, die Anrufe annehmen und Termine buchen lassen wollen, passt fonio besser: öffentliche Preise ab 99 € netto, Google- und Outlook-Kalender, offengelegter AVV. telli lohnt sich eher für Unternehmen mit vielen ausgehenden Anrufen und CRM-Anbindung, die ein individuelles Angebot einholen.
Inhalt
fonio und telli gehören zu den bekannteren KI-Telefonassistenten aus dem deutschsprachigen Raum. Beide nehmen Anrufe an, buchen Termine, leiten an Mitarbeitende weiter und können selbst anrufen. Trotzdem zielen sie auf unterschiedliche Kunden: fonio aus Wien auf Betriebe, die ihr Telefon ohne Projekt und ohne Vertriebsgespräch automatisieren wollen, telli aus Berlin auf Unternehmen mit vielen Kundenanrufen in Vertrieb und Service. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede an Preis, Kalender, Outbound, Datenschutz und Vertrag. Alle Angaben stammen aus Preisseiten, AGB, AVV und Dokumentation der Anbieter, Stand Oktober 2026.
Zur Einordnung: Wir setzen fonio selbst in einem kleinen Dienstleistungsbetrieb mit Terminbuchung ein. telli haben wir nicht im Einsatz, die Bewertung beruht auf den öffentlich zugänglichen Unterlagen. Wie wir bewerten, steht in unserer Methodik.
Das Ergebnis vorab
| fonio | telli | |
|---|---|---|
| Gesamtnote nach Methodik | 4,4 | 3,8 |
| Sitz | Wien, Österreich | Berlin, Deutschland |
| Einstiegspreis | 119 € netto/Monat, 99 € bei Jahreszahlung | Preis auf Anfrage |
| Inklusivminuten Einstieg | 1.000 | nicht angegeben |
| Ausgehende Anrufe | ab Team (359 € bzw. 299 € netto) | ja, Tarif nicht angegeben |
| Google Kalender / Outlook | ja (Outlook über Nylas) | nicht dokumentiert |
| CRM | Pipedrive, Odoo, onOffice u. a. | Salesforce, HubSpot, Pipedrive, Propstack u. a. |
| AVV öffentlich | ja, mit Subprozessorliste | nicht öffentlich einsehbar |
| Sprachen | über 60 | über 20 |
| Kündigung | 1 Monat zum Monatsende | Self-Serve zum Ende der Abrechnungsperiode |
Kurz gesagt: Wer Preise vorher kennen und eingehende Anrufe mit Terminbuchung automatisieren will, ist bei fonio richtig. Wer Outbound-Kampagnen, Lead-Qualifizierung und eine tiefe CRM-Anbindung an Salesforce oder HubSpot braucht und bereit ist, ein Angebot zu verhandeln, sollte telli prüfen.
| Anbieter | Wertung | Preis ab | Testphase | Hosting | AVV | Terminbuchung | Ausgehende Anrufe | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| fonio | 4,4/ 5 | ab 99 € netto/Monat (jährlich), 119 € monatlich | kostenlos testen (Demo-Assistent aus der eigenen Website), 30 Tage Geld-zurück-Garantie | EU (DE/FI/FR) | ✓ Ja | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter →Anzeige |
| telli | 3,8/ 5 | Preis auf Anfrage | kostenlos testen nach Registrierung, Dauer nicht angegeben | EU (wählbar) | unklar | ✓ Ja | ✓ Ja | Zum Anbieter → |
Preise: offen gegen auf Anfrage
Der größte Unterschied für Geschäftsführer, die ein Budget freigeben müssen, liegt beim Preis. fonio veröffentlicht drei Pakete:
- Solo: 119 € netto im Monat oder 99 € bei Jahreszahlung, 1.000 Inklusivminuten, eine Nummer, keine gleichzeitigen Anrufe.
- Team: 359 € netto monatlich oder 299 € bei Jahreszahlung, 3.600 Minuten, dazu ausgehende Anrufe und SIP-Trunk.
- Scale: 599 € netto monatlich oder 539 € bei Jahreszahlung, ab 6.000 Minuten, unter anderem mit eigener Stimme.
Zusatzminuten kosten 15 € je 100 Minuten, also 0,15 € pro Minute. Kostenlos testen können Sie, indem Sie Ihre Website eingeben und fonio daraus einen Demo-Assistenten baut. Danach gilt eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.
telli nennt keine Preise. Die Preisseite war bei unserer Prüfung nicht erreichbar, die Tarife richten sich laut Anbieter nach dem Anrufvolumen. Nach der Registrierung lässt sich telli kostenlos testen, wie lange, steht nicht auf der Website. Für ein Budget müssen Sie also erst das Angebot einholen. In unserer Methodik deckelt „Preis auf Anfrage“ die Preisnote bei 3,5, telli kommt hier auf 2,8, fonio auf 4,1.
Ob sich ein KI-Telefonassistent bei Ihrem Anrufvolumen rechnet, prüfen Sie im Kostenrechner. Für fonio sind die Tarifdaten dort hinterlegt, für telli brauchen Sie die Zahlen aus dem Angebot.
Eingehende Anrufe und Terminbuchung
Beide Anbieter beantworten Fragen aus einer Wissensbasis, buchen Termine und leiten an Menschen weiter. Unterschiede gibt es bei der Kalenderanbindung.
fonio bindet Google Calendar direkt an, Outlook über den Dienst Nylas, außerdem Calendly, Cal.com, eTermin und SimplyBook.me. Insgesamt nennt fonio rund 30 Integrationen, darunter Pipedrive, Odoo, onOffice, WhatsApp Business, Make und n8n. Kalender und Buchungen sind laut Preisseite schon im Solo-Tarif enthalten. Der Haken liegt woanders: Solo nimmt keine gleichzeitigen Anrufe an. Klingelt es bei Ihnen oft parallel, brauchen Sie den Team-Tarif mit drei gleichzeitigen Gesprächen.
telli dokumentiert keine direkte Anbindung an Google Kalender oder Outlook. Termine laufen über Buchungstools wie Calendly, Cal.com, Zeeg oder bookingtime. Wer seine Termine ohnehin in einem dieser Tools verwaltet, verliert dadurch nichts. Wer nur einen Outlook-Kalender führt, braucht ein Zwischenwerkzeug. Wie die Anbindung grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum KI-Telefonassistenten mit Google Kalender.
Ausgehende Anrufe und CRM
Hier liegt die Stärke von telli. Der Anbieter beschreibt sich als Plattform für ein- und ausgehende Kundenanrufe in Vertrieb, Service und Operations. Dazu gehören Smart Dialing, Erinnerungen, Follow-ups und Lead-Qualifizierung. telli nennt 61 Integrationen, darunter Salesforce, HubSpot, Pipedrive und den Immobilien-CRM Propstack, außerdem Microsoft Teams, Zapier, Make, n8n, SIP-Trunk sowie REST-API und Webhooks. Hinzu kommen Voice Cloning und mehrsprachige Agenten.
fonio kann ebenfalls ausgehend telefonieren, etwa für Terminerinnerungen oder Kampagnen, aber erst ab dem Team-Tarif und zuzüglich Carrier-Kosten. Eine API für Anrufe und Webhooks gibt es auch bei fonio. Für einzelne Erinnerungsanrufe reicht das. Wer ein Vertriebsteam mit Wählkampagnen und CRM-Rückschreibung in Salesforce unterstützen will, findet bei telli den größeren Funktionsumfang. Mehr zum Einsatz ausgehender Anrufe steht im Ratgeber KI-Outbound-Anrufe.
Datenschutz: AVV, Hosting, Aufzeichnung
Für die meisten GmbHs entscheidet der Datenschutzbeauftragte mit. Wer einen KI-Telefonassistenten einsetzt, verarbeitet personenbezogene Daten der Anrufer im Auftrag und braucht dafür einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679). Mehr dazu im Glossar unter Auftragsverarbeitungsvertrag.
fonio stellt den AVV öffentlich bereit. Anhang 3 (Stand 16.09.2026) listet alle Subprozessoren mit Standort: Hosting bei Hetzner in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki, ab Oktober 2026 zusätzlich OVH in Deutschland und Frankreich, Telefonie über Twilio Irland und Voxbone Belgien, das Sprachmodell über OpenAI Ireland mit Verarbeitung in Europa. Mehrere Subprozessoren sind US-Unternehmen, etwa LiveKit und Soniox, laut AVV mit EU-Verarbeitung. Aufnahmen werden nach 30 Tagen gelöscht, Transkripte und Zusammenfassungen nach 90 Tagen. Die Audioaufzeichnung ist zuschaltbar.
telli bietet EU-Hosting, das sich je Agent einstellen lässt: Telefonie, Spracherkennung und Sprachausgabe in der EU, Sprachmodelle auf Microsoft-Azure-Servern in der EU. Ob das Standard ist oder Aufpreis kostet, nennt die Seite nicht. AVV und Subprozessorenliste waren bei unserer Prüfung nicht öffentlich einsehbar, das Trust Center zeigt keine frei lesbaren Inhalte. telli zeichnet Anrufe auf und transkribiert sie. Automatische Löschregeln von 1 bis 730 Tagen gibt es laut Dokumentation nur in Enterprise-Tarifen. Fordern Sie AVV und Subprozessorenliste vor Vertragsschluss an.
Datenschutznote nach unserer Methodik: fonio 4,3, telli 3,6.
KI-Hinweis am Telefon
Seit dem 2. August 2026 gilt die Transparenzpflicht aus Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689): Anrufer müssen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist. fonio stellt laut AGB eine Hinweisfunktion bereit, die Sie als Betreiber aktivieren müssen. telli hat laut Changelog die AI-Act-Compliance für europäische Konten seit August 2026 standardmäßig aktiviert und empfiehlt, den Agenten in der Begrüßung als KI vorzustellen. Prüfen Sie die Ansage in beiden Fällen selbst. Details im Ratgeber AI Act und KI-Telefonie. Keine Rechtsberatung.Vertrag und Support
fonio-Verträge laufen laut AGB (Ziffer 4.9) unbefristet und sind mit einem Monat Frist zum Monatsende kündbar, sofern das Angebot nichts anderes regelt. Support gibt es laut AGB per E-Mail, Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.
Bei telli sind Self-Serve-Abos laut Changelog zum Ende der Abrechnungsperiode kündbar. Für individuelle Angebote nennt telli keine Laufzeit, die steht dann im Vertrag. Achten Sie bei Jahresverträgen auf Mindestlaufzeit und Verlängerung.
Welcher Anbieter für welchen Einsatz?
fonio passt, wenn
- Sie vor allem eingehende Anrufe annehmen, Fragen beantworten und Termine buchen lassen wollen,
- Sie den Preis vorab kennen und ohne Vertriebsgespräch starten möchten,
- Ihre Termine in Google Kalender, Outlook, eTermin oder Calendly liegen,
- Ihr Datenschutzbeauftragter den AVV vor dem Test lesen will.
Typisch sind Praxen, Kanzleien, Handwerksbetriebe, Hausverwaltungen und Dienstleister mit Terminbuchung.
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telli passt, wenn
- Sie viele ausgehende Anrufe automatisieren wollen, etwa Lead-Qualifizierung, Erinnerungen oder Rückrufe,
- Ihr Vertrieb mit Salesforce, HubSpot oder Propstack arbeitet,
- Sie Anrufvolumen haben, bei denen ein verhandeltes Angebot ohnehin sinnvoll ist,
- Sie Funktionen wie Voice Cloning oder Microsoft Teams brauchen.
Typisch sind Immobilienunternehmen, Versicherungen, Hotels und Serviceteams mit hohem Anrufaufkommen.
Unser Fazit
fonio liegt nach unserer Methodik mit 4,4 zu 3,8 Punkten vorn. Den Ausschlag geben die öffentlichen Preise, die direkte Kalenderanbindung und der offengelegte AVV. Bei den Funktionen liegen beide gleichauf (je 4,6), telli mit Schwerpunkt Outbound und CRM, fonio mit Schwerpunkt Anrufannahme und Terminbuchung. Für die meisten KMU mit eingehenden Anrufen ist fonio der einfachere und besser kalkulierbare Einstieg. Wer eine Vertriebs- oder Servicelinie mit vielen ausgehenden Gesprächen automatisieren will, sollte bei telli ein Angebot einholen und sich AVV und Subprozessoren vorlegen lassen.
- Öffentliche Preise mit 1.000 Inklusivminuten schon im Solo-Tarif
- Rund 30 verfügbare Integrationen, darunter Google Calendar, Calendly, eTermin, Pipedrive, onOffice, Make und n8n
- AVV mit vollständiger Subprozessorliste, Löschfristen und Verschwiegenheitserklärungen für Berufsgeheimnisträger
Weitere Details stehen in den Testberichten zu fonio und telli. Passt keiner der beiden, helfen die Übersichten zu fonio-Alternativen und telli-Alternativen sowie der Direktvergleich meiti vs. telli. Alle Anbieter finden Sie im Vergleich.
Häufige Fragen
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen fonio und telli?
fonio richtet sich mit öffentlichen Paketpreisen und direkter Kalenderanbindung an Betriebe, die vor allem eingehende Anrufe automatisieren. telli ist auf ein- und ausgehende Anrufe mit größeren Volumen und CRM-Systemen wie Salesforce oder HubSpot ausgelegt, nennt aber keine Preise.Was kostet telli im Vergleich zu fonio?
fonio startet bei 119 € netto im Monat (99 € bei Jahreszahlung) mit 1.000 Inklusivminuten. telli veröffentlicht keine Preise, die Tarife richten sich nach dem Anrufvolumen und werden nach der Registrierung oder im Angebot genannt (Stand Oktober 2026).Welcher Anbieter kann ausgehende Anrufe?
Beide. Bei fonio sind ausgehende Anrufe und Kampagnen ab dem Team-Tarif enthalten, der 359 € netto monatlich bzw. 299 € bei Jahreszahlung kostet, zuzüglich Carrier-Kosten. telli bietet Outbound inklusive Smart Dialing, Erinnerungen und Follow-ups, Preise nennt der Anbieter nicht.Lassen sich fonio und telli an Google Kalender oder Outlook anbinden?
fonio bindet Google Calendar direkt und Outlook über Nylas an, dazu Calendly, Cal.com, eTermin und SimplyBook.me. Bei telli ist eine direkte Anbindung an Google Kalender oder Outlook nicht dokumentiert, Termine laufen über Calendly, Cal.com, Zeeg oder bookingtime.Welcher Anbieter ist beim Datenschutz besser aufgestellt?
Nach unserer Methodik fonio: Der AVV ist öffentlich und listet alle Subprozessoren mit Standort. telli bietet EU-Hosting je Agent, AVV und Subprozessorenliste waren bei unserer Prüfung aber nicht öffentlich einsehbar. Beide setzen US-Unternehmen als Dienstleister ein. Dies ist keine Rechtsberatung.Passend zum Thema
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