KI-Telefonassistent DSGVO, Server in Deutschland: 8 im Check

„Server in Deutschland“ heißt bei den meisten Anbietern nur, dass Datenbank und Plattform hier laufen. Spracherkennung, Sprachmodell oder Telefonie hängen oft an Dienstleistern mit US-Sitz. Ohne US-Dienstleister arbeiten laut Anbieterangaben in unseren Daten nur smao und VITAS.

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„DSGVO-konform, Server in Deutschland“ steht auf fast jeder Website eines KI-Telefonassistenten. Wer die Auftragsverarbeitungsverträge und Subprozessorlisten danebenlegt, sieht ein anderes Bild: Die Plattform läuft in Frankfurt oder Nürnberg, die Stimme kommt aber von einem US-Dienst, das Sprachmodell von OpenAI über Irland, die Telefonie über Twilio. Das ist nicht automatisch unzulässig. Es ist aber etwas anderes als das, was viele Geschäftsführer unter „Server in Deutschland“ verstehen.

Dieser Vergleich zeigt, welche Anbieter in unserer Datenbank tatsächlich in Deutschland hosten, welche Dienstleister an jedem Anruf beteiligt sind und wie Sie die Werbeaussage selbst prüfen. Alle Angaben stammen aus AVV, Datenschutzerklärung oder Sicherheitsseite der Anbieter, Stand Oktober 2026. Die Wertungen folgen unserer Methodik.

Was „Server in Deutschland“ bei einem Telefonassistenten bedeutet

Ein KI-Anruf durchläuft fünf Stationen. Jede kann bei einem anderen Unternehmen in einem anderen Land liegen:

StationWas passiertBeispiele aus den Unterlagen der Anbieter
TelefonieAnruf wird angenommen und als Audio weitergeleitetTwilio Ireland, Voxbone (Belgien), Open Numbers (Deutschland)
SpracherkennungStimme wird zu TextAzure Speech, ElevenLabs, eigene Modelle
SprachmodellAntwort wird erzeugtOpenAI (Irland), Azure OpenAI, Google Vertex AI, selbst betriebene Modelle
SprachsyntheseText wird zur StimmeElevenLabs, eigene Modelle
SpeicherungTranskript, Aufnahme, ZusammenfassungHetzner, Open Telekom Cloud, AWS Frankfurt, Google Cloud Deutschland

„Server in Deutschland“ bezieht sich in der Werbung fast immer nur auf die letzte Zeile. Die Sprachdaten selbst, also das sensibelste Material, laufen durch die Stationen zwei bis vier.

Verlangt die DSGVO überhaupt einen deutschen Server?

Nein. Die DSGVO behandelt alle EU- und EWR-Staaten gleich. Ein Rechenzentrum in Helsinki oder Dublin ist datenschutzrechtlich nicht schlechter als eines in Nürnberg. Übermittlungen in Drittländer regelt Kapitel V (Art. 44 ff.): Sie sind erlaubt, wenn ein Angemessenheitsbeschluss vorliegt, etwa das EU-US Data Privacy Framework vom 10. Juli 2023 für zertifizierte US-Unternehmen, oder wenn Standardvertragsklauseln vereinbart sind. Pflicht ist in jedem Fall ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 (AVV).

Warum fragen trotzdem so viele gezielt nach Deutschland? Drei Gründe sind verbreitet:

  • US-Konzernmütter: Der CLOUD Act verpflichtet US-Anbieter, Daten herauszugeben, die sie besitzen oder kontrollieren, auch wenn diese im Ausland liegen. Das betrifft auch Rechenzentren von AWS, Google oder Microsoft in Frankfurt.
  • Berufsgeheimnisse: Ärzte, Anwälte und Steuerberater unterliegen § 203 StGB. Dienstleister müssen zur Verschwiegenheit verpflichtet werden. Für Anwälte und Steuerberater erlauben § 43e Abs. 4 BRAO und § 62a Abs. 4 StBerG Dienstleistungen im Ausland nur, wenn der Geheimnisschutz dort mit dem inländischen vergleichbar ist. Mehr dazu im Ratgeber Berufsgeheimnis und KI am Telefon.
  • Kundenanforderungen: Behörden, Kliniken oder Konzernkunden schreiben oft vertraglich Hosting in Deutschland vor.

Trifft keiner dieser Punkte zu, genügt in der Regel EU-Hosting mit sauberer Subprozessorliste. Die übrigen Pflichten, von der Rechtsgrundlage bis zur Datenschutz-Folgenabschätzung, erklärt unser Ratgeber DSGVO und KI am Telefon. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung.

Acht Anbieter mit Hosting in Deutschland im Vergleich

AnbieterHosting laut AnbieterSprach-KI und TelefonieUS-DienstleisterWertung
smaosmao Cloud in Deutschland, On-Premises möglicheigene Sprachmodelle (Open Source/Open Weight), selbst betriebennein (laut Anbieter)4,3
VITASOpen Telekom Cloud, Magdeburg und BiereTelefonie Open Numbers (Deutschland)nein (Liste im AVV)4,3
sipgate sonaeigene Rechenzentren Düsseldorf und FrankfurtElevenLabs (USA), Azure Irland mit OpenAI-Modell, Verda (Finnland)ja4,3
SpeakKIHetzner NürnbergGoogle Vertex AI und OpenAI in EU-Regionen, ElevenLabs mit Verarbeitung in den USAja4,2
Placetel AIGoogle Cloud Deutschland, Equinix DeutschlandKI-Plattform der Miyon AG (EU), deren Subdienstleister nicht öffentlichja4,2
HalloPetraFrankfurt, Sprach-KI in EU-RechenzentrumSubprozessoren nicht öffentlich, AGB erlauben Drittlandübermittlungunklar4,1
TelfoHetzner Nürnberg und FalkensteinUltravox selbst gehostet, Twilio und OpenAI über irische Gesellschaftenja4,0
LexDialServer in Deutschlandlaut Datenschutzerklärung (Demo) Hetzner, Azure OpenAI, Azure Speech, Twilio Germanyunklar3,6

Zum Vergleich: fonio liegt mit 4,4 Punkten in unserer Gesamtwertung vorn, hostet laut AVV aber bei Hetzner in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki sowie seit 1. Oktober 2026 bei OVH in Deutschland und Frankreich. Das ist EU-Hosting, nicht reines Deutschland-Hosting. Voicery betreibt die Plattform bei AWS in Frankfurt, Zeeg in der T Cloud in Deutschland und den Niederlanden.

Preise, Testphasen und AVV der acht Anbieter im Überblick:

AnbieterWertungPreis abTestphaseHostingAVVTermin­buchungAusgehende Anrufe
smao4,3/ 5ab 0 € Grundgebühr + 0,35 €/Min.50 Freiminuten, ohne Kreditkarte und ohne EinrichtungsgebührDeutschland✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
VITAS4,3/ 5ab 40 € netto/Monat (jährlich), 49 € monatlich30 Tage kostenlos mit 500 Testkonversationen, ohne Zahlungsdaten, endet automatischDeutschland✓ Ja✓ Ja✗ NeinZum Anbieter →
sipgate sona4,3/ 5Free 0 €, bezahlt ab 69,95 € netto/MonatFree-Tarif dauerhaft kostenlos (500 Min.), ohne KreditkarteEU (Deutschland)✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
SpeakKI4,2/ 5ab 39 € netto/Monat14 Tage kostenlos mit 50 Freiminuten, ohne KreditkarteDeutschland (Hetzner)✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
Placetel AI4,2/ 5ab 69 € netto/Monat (24 Monate), monatlich kündbar 79 €10 Tage kostenlos inkl. 50 GesprächsminutenDeutschland (GCP)✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
HalloPetra4,1/ 5ab 149 € netto/Monat10 Testminuten ohne BezahldatenDeutschland (Frankfurt)✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
Telfo4,0/ 5ab 79 € netto/Monat (jährlich), 99 € monatlich7 Tage kostenlos, zusätzlich 30 Tage Geld-zurück-GarantieDeutschland (Hetzner)✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →
LexDial3,6/ 5ab 69 € netto/Monatkeine Testphase angegeben, kostenloser Demo-Call im ErstgesprächDeutschland✓ Ja✗ NeinunklarZum Anbieter →

Welcher Anbieter für welchen Fall

Sie wollen keinen US-Dienstleister in der Kette: smao ist in unseren Daten der einzige allgemeine Anbieter, der laut eigener Architekturbeschreibung Sprachmodelle selbst in Deutschland betreibt und On-Premises auf eigener Infrastruktur anbietet. Der Haken: AVV, TOMs und Subprozessorliste gibt es nur auf Anfrage. Lassen Sie sich diese Unterlagen vor Vertragsschluss schicken. Preislich startet smao ohne Grundgebühr mit 0,35 € je Minute.

smao 4,3/ 5
ab 0 € Grundgebühr + 0,35 €/Min. · Deutschland
  • Öffentliche Preise mit Pay as you Go ohne Grundgebühr und 50 Freiminuten ohne Kreditkarte
  • Hosting in Deutschland, selbst betriebene Sprachmodelle, laut Anbieter keine OpenAI- oder US-KI-Subprozessoren in der Gesprächsverarbeitung
  • 74 Integrationen, darunter HubSpot, Salesforce, Jira Service Management, TANSS und HaloPSA, dazu REST-API und Webhooks

Arztpraxis, MVZ oder Klinik: VITAS legt die Subprozessorliste öffentlich im AVV offen, nennt keinen US-Dienstleister und ist nach BSI C5 Typ 1 und ISO 27001 geprüft. Der Einstieg liegt bei 40 € netto im Monat bei Jahreszahlung. Beachten Sie: Laut AVV wird jeder Anruf als Sprachaufzeichnung verarbeitet, eine Abschaltung ist öffentlich nicht beschrieben. Mehr dazu auf unserer Seite für Arztpraxen.

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Handwerksbetrieb: HalloPetra hostet in Frankfurt, spielt laut Anbieter automatisch einen KI-Hinweis ab und bindet Handwerkersoftware wie TAIFUN oder HERO an. Die Subprozessoren für Telefonie und Sprach-KI nennt HalloPetra öffentlich nicht. Fragen Sie danach, wenn Ihnen das wichtig ist.

Kleines Budget mit deutschem Hosting: SpeakKI startet bei 39 € netto mit 300 Minuten und legt die Subprozessoren mit Verarbeitungsort offen. Die Sprachsynthese läuft dabei über ElevenLabs in den USA.

Kostenlos starten: sipgate sona hat einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit 500 Minuten. Die Startseite betont eigene Infrastruktur in Deutschland, die Unterauftragnehmerliste nennt aber ElevenLabs (USA) und ein OpenAI-Modell bei Microsoft Azure in Irland.

Kanzlei: LexDial verarbeitet laut Sicherheitsseite in Deutschland, verschlüsselt Inhalte mit einem eigenen Schlüssel je Kanzlei und holt vor dem Gespräch die Einwilligung des Anrufers ein. Weitere Anbieter für Kanzleien finden Sie unter Kanzlei und Steuerberatung.

So prüfen Sie „Server in Deutschland“ selbst: 7 Fragen

  1. Gibt es eine vollständige Subprozessorliste mit Firmensitz, Zweck und Verarbeitungsort? Wenn nur „auf Anfrage“, fordern Sie sie vor Vertragsschluss an.
  2. Wer übernimmt Spracherkennung, Sprachmodell und Sprachausgabe? Fragen Sie nach jedem der drei Dienste einzeln.
  3. Hat ein Subprozessor eine US-Muttergesellschaft? Eine irische GmbH eines US-Konzerns ist rechtlich EU, unterliegt aber möglicherweise dem CLOUD Act.
  4. Auf welcher Grundlage laufen Drittlandübermittlungen? Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln, beides gehört in den AVV. Die Zertifizierung einer US-Firma prüfen Sie auf dataprivacyframework.gov.
  5. Werden Kundendaten zum Training genutzt? sipgate schließt das Training mit Kundendaten laut eigener Angabe vertraglich aus, smao schreibt auf seiner Architekturseite, Kundendaten würden nicht für KI-Training genutzt. Fragen Sie nach, ob das ausdrücklich auch für Gesprächsaufnahmen und Transkripte gilt.
  6. Lässt sich die Audioaufzeichnung abschalten, und wie lange werden Transkripte gespeichert? Telfo erlaubt vollständiges Abschalten, Placetel eine Aufbewahrung von 1 bis 30 Tagen oder keine. Hintergrund zur Strafbarkeit nach § 201 StGB: Telefongespräche aufzeichnen.
  7. Gibt der Assistent sich als KI zu erkennen? Seit 2. August 2026 gilt die Transparenzpflicht nach Art. 50 KI-Verordnung. Telfo wirbt laut FAQ damit, dass Anrufer die KI nicht bemerken; den Hinweis müssen Sie dort selbst in die Begrüßung aufnehmen. Details: KI-Kennzeichnungspflicht am Telefon.

Praxistipp

Schicken Sie die sieben Fragen per E-Mail an zwei oder drei Anbieter Ihrer engeren Wahl. Wie schnell und wie vollständig die Antwort kommt, sagt viel über den späteren Support.

Fazit

Ein KI-Telefonassistent mit Server in Deutschland ist leicht zu finden, einer mit der kompletten Gesprächskette in Deutschland kaum. In unseren Daten schaffen das laut eigenen Angaben nur smao und VITAS. Für die meisten KMU ist das auch nicht nötig: EU-Verarbeitung, ein vollständiger AVV und eine offene Subprozessorliste decken die Anforderungen an die Auftragsverarbeitung in der Regel ab; Rechtsgrundlage, Informationspflichten und KI-Hinweis bleiben trotzdem Ihre Aufgabe. Wer Berufsgeheimnisse am Telefon hat oder Kunden mit strengen Vorgaben bedient, sollte gezielt nach smao oder VITAS fragen. Was die Anbieter im Betrieb kosten, rechnen Sie mit unserem Kostenrechner nach, alle weiteren Gegenüberstellungen finden Sie in der Vergleichsübersicht.

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Häufige Fragen

Welcher KI-Telefonassistent hat Server in Deutschland?Laut Anbieterunterlagen hosten unter anderem smao, VITAS, HalloPetra, SpeakKI, Telfo, sipgate sona, Placetel AI, Voicery und LexDial ihre Plattform in Deutschland. Bei den meisten laufen aber Teile des Anrufs, etwa Sprachausgabe, Sprachmodell oder Telefonie, über weitere Dienstleister. Ganz ohne US-Dienstleister arbeiten in unseren Daten nur smao und VITAS (Stand Oktober 2026).
Schreibt die DSGVO einen Server in Deutschland vor?Nein. Die DSGVO unterscheidet nicht zwischen Deutschland und anderen EU- oder EWR-Staaten. Übermittlungen in Drittländer wie die USA sind nach Art. 44 ff. DSGVO zulässig, wenn eine Grundlage besteht, etwa der Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Strengere Anforderungen können sich aus Berufsrecht oder Kundenverträgen ergeben. Dies ist keine Rechtsberatung.
Reicht ein Server in Deutschland, wenn der Anbieter OpenAI oder ElevenLabs nutzt?Der Serverstandort allein sagt dann wenig. Entscheidend ist, wo die Sprachdaten bei diesen Dienstleistern verarbeitet werden und auf welcher Grundlage. SpeakKI nennt für ElevenLabs eine Verarbeitung in den USA, Zeeg nutzt ElevenLabs mit EU-Datenresidenz und Standardvertragsklauseln, fonio und Telfo nutzen OpenAI über irische Gesellschaften. Diese Angaben stehen im AVV oder in der Subprozessorliste.
Welcher Anbieter passt für Arztpraxen mit Schweigepflicht?In unseren Daten ist VITAS am strengsten aufgestellt: Hosting in der Open Telekom Cloud in Magdeburg und Biere, Telefonie über die Open Numbers GmbH, öffentliche Subprozessorliste ohne US-Dienstleister, Prüfung nach BSI C5 Typ 1 und ISO 27001. Für Berufsgeheimnisträger gilt zusätzlich § 203 StGB. Ob Ihr Vertrag die Anforderungen erfüllt, sollte Ihr Datenschutzbeauftragter prüfen.
Was bedeutet der CLOUD Act für deutsche Server?Der US CLOUD Act (18 U.S.C. § 2713) verpflichtet US-Anbieter, Daten auf behördliche Anordnung herauszugeben, die sie besitzen oder kontrollieren, auch wenn diese außerhalb der USA gespeichert sind. Läuft ein Telefonassistent bei AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure in Frankfurt, liegt der Server in Deutschland, der Betreiber hat aber eine US-Mutter. Ob das für Ihren Fall ein Problem ist, hängt von Ihrer Risikoabwägung ab.

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Redaktion KI-Telefonassistent.net
Wir recherchieren Anbieterangaben, AGB, Datenschutzunterlagen und Preislisten und bewerten nach unserer offengelegten Methodik. Erfahrungen aus eigenem Praxiseinsatz kennzeichnen wir gesondert. Zuletzt geprüft: 26.10.2026.
smao 4,3/ 5 ab 0 € Grundgebühr + 0,35 €/Min.