Parloa vs Synthflow: Enterprise-Voicebots aus Berlin im Vergleich

Beide Plattformen richten sich an Contact Center und große Serviceabteilungen. Synthflow liegt nach unserer Methodik knapp vorn (3,6 zu 3,5), weil es ein EU-Cluster, steuerbare Aufzeichnung und direkte Kalenderanbindung dokumentiert. Parloa punktet mit mehr Sprachen und tieferer Anbindung an SAP und Contact-Center-Systeme. Für KMU sind beide meist überdimensioniert.

Inhalt

Parloa und Synthflow sitzen beide in Berlin, bauen beide KI-Sprachagenten für den Kundenservice und kommen deshalb für ähnliche Projekte in Frage. Dieser Vergleich stellt beide direkt gegenüber: Preise, Funktionen, Integrationen, Hosting, AVV und Vertrag, alles aus Preisseiten, AGB, AI Terms, Trust Center und Dokumentation der Anbieter, Stand Oktober 2026.

Beide Plattformen haben wir nicht selbst im Einsatz. Die Noten stammen aus unserer Methodik und lassen sich aus den unten genannten Angaben nachvollziehen.

Das Ergebnis vorab

ParloaSynthflow
Gesamtnote nach Methodik3,53,6
Firma, SitzParloa GmbH, BerlinAgentFlow AI GmbH, Berlin
Preisauf Anfrage, keine BeträgeEnterprise ab 30.000 USD/Jahr
TestenDemo über VertriebAgent kostenlos bauen, Kosten ab Livegang
Ausgehende Anrufejaja, mit Kampagnen per API
Kalenderkeine direkte Anbindung dokumentiertGoogle, Microsoft, Cal.com
Sprachenüber 140 laut Anbieterrund 33, darunter Deutsch
HostingRegion wählbar, Land nicht genanntEU-Cluster wählbar
Aufzeichnung abschaltbarnicht dokumentiertja, je Agent
AVVBestandteil laut AGBauf Anfrage laut AGB

Kurz gesagt: Parloa passt zu Konzernen und großen Serviceabteilungen, die einen Sprachagenten vor Genesys, Avaya oder Amazon Connect setzen und tief in SAP, Salesforce oder ServiceNow arbeiten lassen wollen. Synthflow passt zu Contact Centern, BPO-Dienstleistern und Digitalteams, die Agenten selbst bauen, eigene Telefonie nutzen und Hosting sowie Aufzeichnung genau steuern wollen. Ein Betrieb mit einigen hundert Anrufen im Monat ist bei beiden falsch.

AnbieterWertungPreis abTestphaseHostingAVVTermin­buchungAusgehende Anrufe
Parloa3,5/ 5Preis auf Anfragenicht angegebenRegion wählbar✓ Ja◐ Teilweise✓ JaZum Anbieter →
Synthflow3,6/ 5Enterprise ab 30.000 USD/JahrAgent laut FAQ kostenlos bauen, Kosten erst ab Livegang; keine befristete Testphase angegebenEU-Cluster wählbar✓ Ja✓ Ja✓ JaZum Anbieter →

Preise: beide nur im Enterprise-Vertrag

Hier liegt für die meisten Geschäftsführer die erste Hürde. Parloa nennt keinen einzigen Betrag. Die Preisseite beschreibt nur das Modell: Sprache wird pro Minute abgerechnet, Chat pro Interaktion, die Raten richten sich nach der Komplexität des Anwendungsfalls. Dazu kommt ein Volumenpaket, das über alle Anwendungsfälle nutzbar ist, auf Wunsch auch eine ergebnisbasierte Abrechnung. Testphase, Mindestvolumen und Laufzeit stehen nicht öffentlich, die Laufzeit regelt laut AGB der individuelle Nutzungsvertrag.

Synthflow ist etwas konkreter. Die Preisseite nennt Enterprise-Verträge ab 30.000 USD im Jahr. Abgerechnet wird sekundengenau gegen ein vertragliches Minutenkontingent. Laut Dokumentation zählen nicht angenommene Anrufe und Mailbox-Abbrüche pauschal 5 Sekunden, fehlgeschlagene Anrufe gar nicht, nach einer erfolgreichen Weiterleitung endet die KI-Abrechnung. Minutenpreise und die Frage netto oder brutto beantwortet Synthflow öffentlich nicht. Einen Agenten können Sie laut FAQ kostenlos bauen und testen, zahlen müssen Sie ab dem Livegang.

Nach unserer Methodik deckelt „Preis auf Anfrage“ die Preisnote bei 3,5. Parloa kommt auf 2,3, Synthflow auf 2,0, weil die Einstiegsschwelle von 30.000 USD für die meisten Unternehmen sehr hoch liegt. Bei Parloa wissen Sie vor dem Vertriebsgespräch allerdings gar nicht, wo Sie landen. Welche Kosten bei Ihrem Anrufvolumen mit Paketanbietern entstehen würden, zeigt der Kostenrechner, einen Überblick über Preismodelle gibt die Seite Kosten.

Funktionen: Contact-Center-Anbindung gegen Baukasten

Bei den Funktionen liegen beide an der Spitze unseres Feldes, Synthflow mit 4,7, Parloa mit 4,5.

Parloa ersetzt vor allem klassische Tastenmenüs, die IVR. Der Agent läuft laut Anbieter vor der bestehenden Contact-Center-Plattform, die dafür nicht getauscht werden muss. Er prüft im Gespräch die Identität des Anrufers, führt danach Vorgänge in CRM oder ERP aus und übergibt mit vollem Kontext an Spezialisten-Warteschlangen. Ausgehend nennt Parloa Kampagnen zur Vertragsverlängerung, Kundenrückgewinnung, Inkasso und proaktive Störungshinweise. Die Integrationsliste ist lang: Salesforce, Microsoft Dynamics 365, ServiceNow, SAP, HubSpot, Zendesk sowie Genesys, Amazon Connect, Cisco, Avaya, Five9, Talkdesk und weitere, dazu APIs und MCP. Zapier, Make oder n8n haben wir nicht gefunden, eine direkte Anbindung an Google Kalender oder Outlook ebenfalls nicht. Termine laufen über die angebundenen Fachsysteme.

Synthflow ist stärker als Baukasten angelegt. Agenten entstehen im Flow Designer, per Prompt oder JSON-Import und werden über Dashboard, Platform API oder MCP-Server verwaltet. Synthflow bringt eigene Telefonie mit oder bindet Twilio, Telnyx, SIP-Trunks, 3CX und Contact-Center-Systeme wie Genesys, Five9, 8x8 und RingCentral an. Ausgehende Kampagnen laufen mit Zeitfenstern und Wählgeschwindigkeit, der Agent erkennt Mailboxen und schickt SMS oder WhatsApp hinterher. Für Termine nennt Synthflow Google Calendar, Microsoft Calendar und Cal.com, für Automatisierungen Zapier, Make und n8n. Ein Test Center simuliert Gespräche vor dem Livegang.

Bei den Sprachen liegt Parloa vorn: laut Anbieter über 140, bei Synthflow rund 33, darunter Deutsch. Für ein deutschsprachiges Servicecenter reichen beide, für eine internationale Hotline mit vielen Märkten spricht die Liste für Parloa. Wie gut Dialekte erkannt werden, belegt keiner der beiden öffentlich. Mehr zu Kampagnen steht im Ratgeber KI-Outbound-Anrufe.

Datenschutz: Synthflow legt mehr offen

Wer einen Sprachagenten einsetzt, verarbeitet personenbezogene Daten der Anrufer im Auftrag und braucht einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679). Mehr dazu im Glossar unter Auftragsverarbeitungsvertrag.

Hosting. Bei Synthflow wählen Sie beim Anlegen des Workspace ein EU-Cluster mit Speicherung und Verarbeitung vollständig in der EU oder ein US-Cluster. Die Wahl lässt sich später nicht ändern, das sollte also vor dem ersten Agenten feststehen. Parloa verspricht mit „Parloa Zones“, dass Daten in der Region bleiben, in der das Unternehmen tätig ist. Das Trust Center nennt als Hosting aber nur „Major Cloud Provider“ ohne Land.

Subprozessoren. Beide setzen US-Unternehmen ein. Bei Parloa listet das Trust Center unter anderem Google, Twilio, Datadog, MongoDB und Microsoft, bei Synthflow unter anderem OpenAI, ElevenLabs und Deepgram. Die vollständigen Listen gibt es bei beiden erst nach Zugangsfreigabe.

AVV. Laut Parloa-AGB (Ziffer 9.1) ist der Vertrag zur Auftragsverarbeitung Bestandteil der Vereinbarung. Für Kunden in Deutschland und der EU listet Parloa auf der Seite „Terms & Policies“ zusätzlich ein Dokument zu DORA-Pflichten. Synthflow stellt den AVV laut DACH-AGB (Ziffer 16) auf Anfrage bereit.

Aufzeichnung. Synthflow dokumentiert, dass sich Aufnahmen und Transkripte je Agent abschalten lassen, dazu Schwärzung personenbezogener Daten und automatische Löschung nach 30 Tagen. Parloa schwärzt laut Anbieter Namen und Kontonummern in Echtzeit, Aufbewahrungsfristen richten sich nach Kundenanforderung. Wie sich die Aufzeichnung abschalten lässt, ist öffentlich nicht beschrieben.

Datenschutznote nach unserer Methodik: Parloa 3,9, Synthflow 3,7. Parloa liegt hier knapp vorn, weil der AVV fester Vertragsbestandteil ist und die Liste der Zertifikate (ISO 27001, ISO 42001, SOC 2, PCI DSS) breit ist. Synthflow nennt im Trust Center vergleichbare Rahmenwerke und punktet beim belegten EU-Cluster. Punkte kosten der nur auf Anfrage bereitgestellte AVV und die Subprozessorenliste ohne Länderangaben. Lassen Sie sich bei beiden Anbietern Subprozessoren mit Ländern vor Vertragsschluss vorlegen.

KI-Hinweis am Telefon

Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) verlangt, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht offensichtlich ist. Bei beiden Anbietern liegt diese Pflicht laut eigenen Unterlagen beim Kunden: Parloa regelt das in den AI Terms, Synthflow im AI Transparency Statement und liefert dafür konfigurierbare Begrüßungstexte. Prüfen Sie die Ansage vor dem Livegang. Details im Ratgeber AI Act und KI-Telefonie. Keine Rechtsberatung.

Einrichtung, Vertrag und Support

Parloa bietet keine Selbstanmeldung. Agenten entstehen laut Anbieter ohne Programmierung im Agent Builder, der Weg dorthin führt aber über Demo und Vertrag. AGB und AI Terms liegen auf Deutsch vor. Einrichtungsnote: 2,8.

Synthflow lässt Sie den ersten Agenten selbst im Dashboard bauen. Die Dokumentation ist auf Englisch, eine deutsche Oberfläche oder deutsches Onboarding nennt der Anbieter nicht. Im Enterprise-Vertrag sind laut Preisseite Einführung, Schulung und Begleitung beim Livegang enthalten. Einrichtungsnote: 3,3.

Beim Vertrag gelten für Synthflow eigene DACH-AGB nach deutschem Recht mit Gerichtsstand Berlin. Laufzeit und Verlängerung stehen im Bestellformular, eine ordentliche Kündigungsfrist regeln die AGB nicht, und das bestellte Volumen lässt sich laut AGB nicht reduzieren. Ungenutztes Volumen verfällt laut AGB am Ende des Abrechnungszeitraums ohne Erstattung. Support läuft über ein Ticketportal und einen eigenen Slack-Kanal. Bei Parloa stehen Laufzeit und Konditionen im individuellen Nutzungsvertrag. Achten Sie bei beiden auf Mindestlaufzeit, automatische Verlängerung und das, was mit ungenutzten Minuten passiert.

Welcher Anbieter für welchen Einsatz?

Parloa passt, wenn

  • Sie ein Contact Center mit Genesys, Avaya, Cisco oder Amazon Connect betreiben und die Software behalten wollen,
  • der Agent Kunden authentifizieren und Vorgänge in SAP, Salesforce oder ServiceNow ausführen soll,
  • Sie viele Sprachen und Märkte bedienen,
  • der AVV fester Vertragsbestandteil sein soll und Ihre Einkaufsabteilung ohnehin individuell verhandelt.

Typisch sind Versicherer, Handel, Reise, Energieversorger und Finanzdienstleister. Mehr Optionen in dieser Klasse zeigt die Übersicht Parloa-Alternativen.

Parloa-Demo anfragen →

Synthflow passt, wenn

  • Ihr Team Agenten selbst bauen und laufend anpassen will,
  • Sie eigene Telefonie, SIP oder 3CX nutzen und ausgehende Kampagnen mit SMS oder WhatsApp planen,
  • Speicherung und Verarbeitung nachweislich in der EU liegen sollen,
  • Termine in Google oder Microsoft Kalender landen sollen und ein Budget ab 30.000 USD im Jahr steht.

Typisch sind BPO-Dienstleister, Contact Center und Digitalteams größerer Unternehmen. Günstigere Plattformen derselben Art finden Sie unter Synthflow-Alternativen und Voicebot-Plattformen für Entwickler.

Synthflow-Agent kostenlos bauen →

Für KMU: die günstigeren Wege

Haben Sie keine fünf- bis sechsstellige Summe im Jahr für Telefonautomatisierung eingeplant, lohnen zwei andere Ansätze. Wer wie bei Synthflow selbst Agenten bauen will, startet bei Famulor ohne Grundgebühr mit 0,15 € netto je Minute im Prepaid. Wer nur Anrufe annehmen, Fragen beantworten und Termine buchen lassen will, bekommt bei fonio feste Monatspakete ab 99 € netto bei Jahreszahlung. Beide liegen nach unserer Methodik mit 4,3 und 4,4 deutlich vor Parloa und Synthflow, vor allem wegen öffentlicher Preise und einfacher Einrichtung.

Famulor 4,3/ 5
ab 0 € Grundgebühr (Prepaid 0,15 €/Min. netto) · Frankfurt, KI-Region wählbar
  • Prepaid ohne Grundgebühr und ohne Vertragsbindung, 0,15 € netto pro Minute, sekundengenaue Abrechnung
  • Ein- und ausgehende Anrufe, Terminbuchung im Gespräch, warme Weiterleitung mit Briefing, dazu WhatsApp, SMS und E-Mail
  • Sehr viele Anbindungen: Google Kalender, Outlook, HubSpot, Salesforce, Pipedrive, Zapier, REST-API, SDK und SIP-Trunks
fonio 4,4/ 5
ab 99 € netto/Monat (jährlich), 119 € monatlich · EU (DE/FI/FR)
  • Öffentliche Preise mit 1.000 Inklusivminuten schon im Solo-Tarif
  • Rund 30 verfügbare Integrationen, darunter Google Calendar, Calendly, eTermin, Pipedrive, onOffice, Make und n8n
  • AVV mit vollständiger Subprozessorliste, Löschfristen und Verschwiegenheitserklärungen für Berufsgeheimnisträger

Unser Fazit

Synthflow liegt mit 3,6 zu 3,5 Punkten knapp vor Parloa. Den Ausschlag geben die breiteren, offen dokumentierten Funktionen, das wählbare EU-Cluster und die steuerbare Aufzeichnung. Parloa gewinnt beim Datenschutz knapp, bei Sprachen und bei der Tiefe der Anbindung an große Contact-Center- und ERP-Systeme. Bei beiden kostet der Einstieg ein Vertriebsgespräch und ein Jahresbudget, das die meisten KMU nicht aufbringen. Für Konzerne lohnt es sich, beide anzufragen und die Angebote nebeneinanderzulegen. Für alle anderen gibt es im Vergleich und in der Anbieterübersicht passendere Lösungen.

Ausführlich stehen beide Anbieter in den Testberichten zu Parloa und Synthflow.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Parloa und Synthflow?Parloa schaltet sich vor bestehende Contact-Center-Software wie Genesys, Five9 oder Amazon Connect und ist stark auf SAP, Salesforce und Dynamics ausgerichtet. Synthflow bringt eigene Telefonie, einen Flow Designer, SMS und WhatsApp mit und dokumentiert offener, wie Hosting, Aufzeichnung und Abrechnung funktionieren.
Was kosten Parloa und Synthflow?Parloa veröffentlicht keine Beträge, nur das Modell: Abrechnung pro Sprachminute bzw. Chat-Interaktion, Raten nach Komplexität, Volumenpaket oder ergebnisbasiert. Synthflow nennt auf der Preisseite Enterprise-Verträge ab 30.000 USD im Jahr, sekundengenau abgerechnet gegen ein vertragliches Minutenkontingent (Stand Oktober 2026).
Kann ich Parloa oder Synthflow kostenlos testen?Eine Testphase nennt Parloa nicht, der Einstieg läuft über eine Demo mit dem Vertrieb. Bei Synthflow können Sie laut FAQ einen Agenten kostenlos bauen, Kosten entstehen ab dem Livegang. Eine befristete Testphase gibt Synthflow nicht an.
Welcher Anbieter hostet in der EU?Synthflow bietet beim Anlegen des Workspace ein EU-Cluster mit Speicherung und Verarbeitung vollständig in der EU, die Wahl ist später nicht änderbar. Parloa verspricht mit Parloa Zones Datenresidenz in der Region des Kunden, nennt öffentlich aber kein konkretes Land. Beide setzen Dienstleister mit US-Sitz ein. Dies ist keine Rechtsberatung.
Welche Alternative gibt es für kleine und mittlere Unternehmen?Wer selbst Sprachagenten bauen will, startet bei Famulor ohne Grundgebühr mit 0,15 € netto je Minute im Prepaid. Für die reine Anrufannahme mit Terminbuchung bietet fonio feste Monatspakete ab 99 € netto bei Jahreszahlung oder 119 € monatlich.

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Redaktion KI-Telefonassistent.net
Wir recherchieren Anbieterangaben, AGB, Datenschutzunterlagen und Preislisten und bewerten nach unserer offengelegten Methodik. Erfahrungen aus eigenem Praxiseinsatz kennzeichnen wir gesondert. Zuletzt geprüft: 26.10.2026.
Synthflow 3,6/ 5 Enterprise ab 30.000 USD/Jahr